Diana Päpcke

Diana Päpcke

über Gott staunen

weitere Beiträge...
zum Steckbrief...
Kontakt...

Eine spannende Reise ins Ungewisse

4. Nov 2013 |

Vorbereitung

Das vierwöchige Praktikum, das zum Pfarramtsstudium gehört, begann mit einer zweitägigen vorbereitenden Übung im Predigerseminar in Ratzeburg. Dort diskutierte ich gemeinsam mit 40 anderen Studierenden über Milieutheorien, Genderfragen, Residenzpflicht und vieles mehr. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung schärften wir, zukünftige PraktikantInnen, unseren Blick, um die eigene Person und die Mitglieder im Netzwerk Gemeinde reflektiert wahrzunehmen.

Die spannendste Frage, die wir uns jedoch alle stellten, seitdem wir unsere 20 kg Koffer die denkmalgeschützten Treppen des Predigerseminars hochgehievt hatten, war aber die:

WOHIN KOMME ICH???

Vorstellung der Gemeinden

So wurden am zweiten Tag ENDLICH die Gemeinden vorgestellt. Die AnleiterInnen der Gemeinden hatten vorab einen Fragebogen ausgefüllt und Material zusammengestellt, um die Gemeinden vorzustellen. Ebenso gingen aus diesen Bögen auch Informationen zu Unterbringung, Verpflegung usw. hervor. Jede/r zog dann einen Umschlag, bastelte ein Plakat und präsentiere daraufhin im Plenum genau 60 Sekunden die Gemeinde. Nach diesem Vorstellungsmarathon bekamen alle drei Karten auf die jede/r ihren/seinen Namen schreiben sollte. Im Anschluss wurden die Orte und Namen der Praktikumsgemeinden ebenfalls auf Pappkarten geschrieben und in einer scheinbar endlos langen Reihe auf den Boden gelegt.
Nun hatten alle die Qual der Wahl, drei Favoritengemeinden auszuwählen. Am Ende des Abends war das Gemeindepuzzle beendet.

Mit einem gemischten Gefühl aus Aufregung, Erschöpfung und Vorfreude wartete ich auf den nächsten Tag, der mein erster als Gemeindepraktikantin sein sollte. Die Mehrheit der PraktikantInnen wurde am nächsten Morgen von den AnleiterInnen abgeholt, andere (zu denen ich auch gehörte) telefonierten mit ihren AnleiterInnen.

So fragte ich mich am nächsten Tag: „Wie komme ich am besten nach Bargum bzw. Breklum?“

Die Kirche von Bargum© gogeo, wikipedia.org

Das Praktikum

Mein Anleiter hat zwei halbe Stellen, und so erhielt ich während meines Praktikums gute Einblicke in zwei ganz unterschiedliche Gemeinden. Ich begleitete ihn in den vier Wochen zu Taufen, Beerdigungen, Seelsorgegesprächen, Geburtstagsbesuchen, Konventen, Dienstbesprechungen, Friedhofsbegehungen, Kindergartenandachten und so weiter. Ich konnte den Konferunterricht mitgestalten, im Gottesdienst das Abendmahl austeilen und das Evangelium op Platt lesen. In vielen Gesprächen mit meinem Anleiter erhielt ich vertiefte Vorstellungen davon, „was hinter den Kulissen“ des Pfarramts passiert. Von der Perikopenordnung bis zur Frage „wie transportiert man den Talar knittersicher“ durfte ich alles fragen und kommentieren.

Altar der Kirche in Breklum© kirche-breklum.de

Nach der zweiten Praktikumswoche ging es für einen Tag nach Kiel zum Regionaltreffen. Mit zehn KommilitonInnen tauschten wir uns in einer Supervisionsgruppe über die Orte und Gemeinden, in denen wir gelandet waren, über Schwierigkeiten, Herausforderungen, die Rolle der PraktikantIn und andere Themen aus.

Ich habe mein Praktikum sehr genossen, da ich theoretisch gelerntes Wissen in der Praxis wiederfinden und anwenden konnte. Die Tatsache, dass die Alltagssprache in und um Bargum vor allem Plattdeutsch ist und ich während des Praktikums in einer kleinen Ferienwohnung untergebracht war, trug dazu bei, dass sich mir im tiefsten Nordfriesland fast eine kleine neue Welt eröffnete. Ich war komplett aus meinem Studienalltag herausgerissen und machte einfach einmal etwas ganz anderes an einem ganz anderen Ort, von dem ich bis zu dem Tag, als ich dort ankam, gar nicht wusste, dass er existiert. Ich habe viele herzliche Menschen kennen lernen dürfen und denke sehr gerne an mein Praktikum dort zurück.

Abschluss

Den Abschluss des Praktikums bildete das eintägige Abschlusstreffen mit allen PraktikantInnen in Hamburg. Der Austausch mit den KommilitonInnen, die teilweise ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen in den Gemeinden sammeln konnten, gefiel mir sehr. Sehr spannend waren insbesondere die Gespräche mit denjenigen, die in den Gemeinden waren, die ich selbst im Predigerseminar als mögliche Favoriten ins Auge gefasst hatte.

Hier gibt´s weitere Informationen zu Formalia des Gemeindepraktikums ...

« zurück