Diana Päpcke

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Studium in Zürich

Warum bist du nach Zürich gegangen?

Die Entscheidung war für mich eher persönlicher als fachlicher Natur, da mein Mann seinen Master in Mathematik an der ETH begonnen hat. Ich habe lange überlegt,
ob ich nur ein Jahr in Zürich studieren sollte, sodass wir nach seinem Abschluss wieder zurück nach Deutschland gehen, aber dann hat es mir beim ersten Besuch in Zürich sehr gut gefallen und ich hatte zudem den Wunsch, wieder ein bisschen länger an einem Ort zu studieren und zu bleiben. Die Vorstellung, ein Auslandsstudienjahr auf ein Auslandsstudienjahr folgen zu lassen, erschien mir zu unruhig.

Die Universität Zürich


Wie war der Übergang von einem Land im permanenten Ausnahmezustand in ein so sicheres und reiches Land wie die Schweiz?

Zürich ist natürlich sehr anders als Jerusalem. Aber ich denke, dass es fast egal ist, wohin man zieht, nachdem man in Jerusalem gelebt hat – es wird überall ganz anders sein. Ich empfinde es als sehr angenehm, dass ich nach meinem Auslandsjahr nicht direkt in meine Heimat zurückgekehrt bin, sondern mich nochmal neu in einem anderen Land orientieren musste.
Das Theologiestudium in Zürich deckt sich größtenteils mit meinen Studienerfahrungen aus Kiel. Es gibt viele nette KommilitonInnen, kleine Kurse und kompetente Dozierende. Hingegen ist auch der Pfarramtsstudiengang in der Schweiz als Bachelor- und Mastersystem organisiert. Das ist für mich eine große Umstellung. Ich habe viel mehr Prüfungen und ich habe den Eindruck, dass weniger kontrovers diskutiert wird in den Übungen und Seminaren. Meine Studienleistungen aus Kiel und Jerusalem wurden hier alle um- und angerechnet, sodass ich mein Studium an der Universität Zürich gut fortsetzen kann.


Wenn du die Schweiz mit Deutschland vergleichst, was fällt dir am meisten auf?

Als ich das erste Mal in Zürich im Supermarkt an der Kasse stand, habe ich kein einziges Wort verstanden. Nach einem Jahr in Jerusalem konnte ich mich sowohl auf Arabisch, als auch auf Hebräisch beim Einkaufen verständigen. Schweizerdeutsch ist allerdings doch am Anfang nicht zu unterschätzen  Den Dialekt verstehen zu lernen, hat etwas Zeit gebraucht, aber inzwischen komme ich sprachlich ganz gut zurecht. Auch die Mentalität und insgesamt die Kulturen und Traditionen sind in der Schweiz anders als in Deutschland. Zu denken, dass die Schweiz so ähnlich ist wie Deutschland, funktioniert nicht gut. Die politisch basisdemokratischen Strukturen, die besondere schweizerische Höflichkeit und die konsensorientierte Gesprächs- und Denkkultur sollte beachtet werden.


Wie ist das mit der Finanzierung? Zürich ist ja ein ziemlich teures Pflaster für ein deutsches Studierendenbudget…

Wenn man nur für ein oder zwei Semester in der Schweiz studieren möchte, dann gibt es gute Finanzierungsmöglichkeiten u.a. über das Swiss Mobility Programm (Erasmus-Ersatz). Für Austauschstudierende gibt es oft verhältnismäßig günstige Wohnheimzimmer (ab 350 Euro). Da ich aber regulär an der Universität Zürich eingeschrieben bin, um hier auch zu Ende studieren zu können, kann ich leider weniger gut von diesen Vorteilen profitieren. Ein Großteil der Studierenden arbeitet neben dem Studium und es gibt viele gute Nebenjobs. Es lohnt sich, einen Nebenjob zu suchen und somit einen sehr guten schweizerischen Stundenlohn in Franken zu erhalten. Dann lässt sich der Unterhalt in Zürich einigermaßen gut bewältigen.

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