Moritz Gräper

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Wenn plötzlich die Examenszeit beginnt

21. Sept 2012 |

Endlich scheinfrei

Na klar, man weiß es schon das gesamte Studium. Und doch kommt sie überraschend. Die Freude über die „Scheinfreiheit“ währt kurz, denn schon bald kommt die Einsicht: Noch soundsoviel Monate, dann muss ich drei Klausuren, sechs mündliche Prüfungen und vorher noch eine Examens- und Predigtarbeit bestehen. Die Lernzeit beginnt.
Nach meiner letzten Hauptseminararbeit jubelte ich innerlich kurz, denn das hieß: Ich hatte alle Scheine zur Meldung zum Examen zusammen. Eine gute Freundin von mir, meinte zu mir: „Moritz, ich bin mal gespannt, wie das jetzt für dich ist, sich jeden Tag mit Lehrbüchern auseinanderzusetzen, wo du gerad‘ noch so voll von den vielen Eindrücken aus dem Ausland bist.“
Das war im April 2012. Jetzt, am Ende des Sommers, habe ich schon viele Stunden am Schreibtisch hinter mir. Ich kenne alle einschlägigen Lesesäle der Uni-Bib in Münster, und weiß, der Kaffee an Chaqwa-Kaffeeautomaten in den Uni-Gebäuden schmeckt immer ein bisschen nach Kakao. Viele Stunden habe ich in meiner Lerngruppe alles Gelesene diskutiert, Notizen verglichen und zusammen gesessen. „Sag mal, habe ich das richtig verstanden mit Deuteronomium 22?“ „Ich glaub‘ schon... Möchtest du auch noch einen Schluck Wein?“

Viele Bücher und ein Lernplan

Nach einer durch und durch aufregenden Zeit in Istanbul und Samsun begann im Frühjahr eine vor allem regelmäßige, um nicht zu sagen eintönige Zeit. Um den Lesestoff für das Examen zu bewältigen wurde mir klar: Egal, wie ich es drehe und wende, es ist unübersichtlich viel, was ich lesen und verstehen muss. Vor allem musste ich den ganzen Stoff irgendwie zu Lernkarten verarbeiten, um im Januar 2013 noch die Einzelheiten der Pentateuchentstehung, die ich im Mai 2012 gelesen habe, parat zu haben. Ein Lernplan musste her. Ich fertigte mir einen Stundenplan an, auf dem die Zeiten in der Woche, die ich in der Bib verbringe, eingetragen sind. Nach den ersten Wochen merkte ich zwei Dinge: 1. „Wow, ich habe nicht umsonst studiert. An vieles, was ich im ‚Gertz‘ [„Grundinformation Altes Testament“] lese, erinnere ich mich noch. Wenigstens schon mal gehört.“ 2. „Wenn ich morgens um 9.00h anfange zu lesen, um 10.30h ne Kaffeepause mache, von 12.30-14.00h was esse und in der Sonne sitze, und dann nochmal bis 17.00h weitermache, schaffe ich viel mehr als ich gedacht hätte und kann danach noch Fußball zocken gehen.“

Hey, das weiß ich schon! Zumindest schon mal gehört.

Jede/r Exami muss sicherlich einen eigenen Weg durch die Examenszeit finden. Ich kann nur sagen, dass ein ungefährer „Schlachtplan“ (wann lerne ich welches Fach) und regelmäßige Zeiten in der Bib zum Lesen ungemein helfen, um diesen Berg an Literatur in ungefähr einem Jahr zu bewältigen. Mit einem Plan kann ich irgendwann auch ein dickes „Check“ hinter Themen und Fächer setzen. Ein gutes Gefühl!
Mittlerweile stehe ich kurz vor Abgabe meiner Examensarbeit. Damit ist dann schon der erste Schritt geschafft. Danach geht es hoffentlich für ein paar Tage in den Urlaub, und dann warten schon Dogmatik und Ethik auf mich.

Warum nur diese Prüfungsordnung?!

Eine Frage die alle Theologiestudierenden umtreibt, ist das „WARUM?“ der Prüfungsordnung. Keine Leistung aus dem Studium zählt zur Examensnote, und die relevanten Prüfungen finden alle geballt über einen kurzen Zeitraum, die mündlichen sogar innerhalb eines Tages statt. Das ist meines Wissens gegen alle Erkenntnisse der Lernforschung. Also Leute, wer von euch später im Prüfungsausschuss der Nordkirche sitzt, sollte sich an die eigene Examenszeit erinnern und tätig werden.
Welches Gefühl sich Gott sei Dank einstellt, nachdem ich das erste und zweite Fach durchgearbeitet hatte: Es ist zu schaffen. Das, was am Anfang unübersichtlich viel aussieht, ist viel, aber es ist zu schaffen. Und, so abgedroschen es klingen mag, ich bringe schon viel Wissen und Reflexion über theologische Themen mit. Ich habe nicht umsonst studiert!

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