Moritz Gräper

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Vom Studenten zum Dozenten

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27. Feb 2014 | Vom Studenten zum Dozenten

Hinein in´s Dozentenleben

Manche Dinge im Leben gehen unverhältnismäßig schnell. Bis August 2013 fingen die meisten Emails in meinem Postfach mit „Moin mo“ oder „Hello Motti“ an. Spätestens seit Oktober 2013 hat sich das geändert. „Sehr geehrter Herr Gräper“ lautet nun meist die Anrede, wenn ich mein Laptop aufklappe.

Nach meinem Examen blieben mir ein paar Wochen zum Ausspannen, Aufräumen und Feiern und dann war ich plötzlich Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Gespräche mit dem Doktorvater, Büro umräumen, Lehrveranstaltungen planen, moodle-Kurse einrichten, Seminarpläne erstellen.

Ein erster Blick zurück

Nun ist mein erstes Semester vorbei. Bibelkunde Neues Testament und eine Lektüreübung zum Matthäusevangelium standen auf dem Programm. Es folgen knapp 20 mündliche Prüfungen im März. Fazit: Lehren (und immer noch viel Lernen) als Dozent macht Spaß. Klar, manchmal klappte die Zeitplanung nicht ganz, manche detaillierten Rückfragen konnte ich nicht sofort präzise beantworten, aber insgesamt war es eine gute Erfahrung.

Die meisten Studierenden sind interessiert und arbeiten mit. Trotz des oft geringen Altersunterschieds (einige Studenten sind auch älter als ich) gab es keine Respekts- oder Rollenprobleme. Ich kann nur hoffen, dass meine Studierenden auch viel gelernt haben, aber spätestens nach den Evaluationen („Alles Top! Weiter so!“) hatte ich viele positive Rückmeldungen.

Unter den Dozenten der "Ersti"

Neben den Lehrveranstaltungen gilt es natürlich auch, an der eigenen Dissertation zu arbeiten. Als „Ersti“ unter den Dozenten blieb mir während des Semesters nicht immer viel Zeit dafür, aber so füllt sich die Bezeichnung „vorlesungsfreie Zeit“, die ich bis zum Examen tatsächlich immer als Semesterferien erlebt und genutzt habe, mit Sinn. Jetzt kann ich den großen Haufen Literatur zum Gebrauch des Neuen Testaments während der Apartheid durcharbeiten und hoffentlich auch ein paar Seiten zu Papier bringen.

Auf die lange Sicht sehe ich meine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter als Zwischenstation und vor allem als Privileg vor dem Vikariat wertvolle Berufserfahrung als Lehrer, Berater und Prüfer sammeln zu können, mich mit einem Thema zu befassen, was mich wirklich interessiert (und mich dienstlich [! ;-] wieder nach Südafrika bringen wird) und fast genauso flexibel zu sein, wie als Student.

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