Studierendenbegleitung in der Nordkirche

Helga Kamm

Mein Name ist Helga Kamm. Ich bin Pastorin und als Studienleiterin für die Gottesdienst- und Seelsorgeausbildung im Vikariat zuständig. Außerdem bin ich verantwortlich für die Begleitung von Theologiestudierenden in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland.

Seit dem Herbst 2002 bin ich im Prediger- und Studienseminar tätig. Davor war ich Gemeindepastorin in Quickborn. Der Wechsel ins Predigerseminar war für mich wie das Erlernen eines neuen Berufs: Nun bin ich Pastorin und Lehrerin, aber auch Beraterin.

Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Töchter. In meiner freien Zeit laufe ich gern oder bin mit dem Rad unterwegs. Schwimmen gehört für mich zu den einfachsten Möglichkeiten, einen klaren Kopf zu bekommen. Seit einigen Jahren habe ich begonnen zu malen und finde es aufregend zu sehen, was ich von dem, was mich beschäftigt, ins Bild setze.

Ich bin neugierig auf neue und alte Literatur und gehe gern ins Theater. Ich freue mich an ungewöhnlichen Inszenierungen. Gerade frisch ist der Eindruck von Borcherts „Draußen vor der Tür“ im Thalia Theater Hamburg. Dort war es besonders das Bühnenbild, das mich beeindruckte: Ein riesiger Spiegel war an der Decke über der Bühne angebracht, so dass man das Stück immer aus zwei Perspektiven sah, und oft war das Spiegelbild noch eindrucksvoller als die Realität.

Reflexion, Perspektivwechsel, das sind auch zentrale Themen der Vikariatsausbildung und in der Begleitung von Theologiestudierenden. In der Seelsorgeausbildung geschieht das beispielsweise, indem ein Seelsorgegespräch protokolliert und später in der Supervision in verschiedenen Rollen „wieder aufgeführt“ wird. So kann die Seelsorgerin Zusammenhänge erkennen oder Gefühle wahrnehmen, die ihr im direkten Gespräch verborgen blieben.

Um mich für solche Perspektivwechsel noch besser zu schulen, habe ich vor einigen Jahren eine pastoralpsychologische Ausbildung für Seelsorge, Beratung und Supervision gemacht und danach noch eine vertiefende Ausbildung zur Supervisorin. „Lehrsupervisorin der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie, Sektion Tiefenpsychologie“ ist der "Titel", den ich nun tragen darf.

Der Beratungsaspekt spielt bei der Begleitung von Theologiestudierenden eine wichtige Rolle. Das geschieht in Form von Einzelgesprächen; im Rahmen der Orientierungswoche; in Gruppen von Studierenden und im Gemeindepraktikum in Form von Gruppensupervision.

In der Gottesdienstausbildung ist mir besonders wichtig, dass die Vikarinnen und Vikare für die Predigt ihre eigene Sprache und einen überzeugenden Ausdruck in der Liturgie finden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die eigene Sprache am besten in einer „Schreibwerkstatt“ zu entdecken ist. Kreative Übungen helfen, aus der abstrakten Sprache der Universität in eine Alltagsprache zu finden.


Begleitung im Theologiestudium

Begleitung im Theologiestudium: Jan Simonsen interviewt Helga Kamm

28. Jan 2011 | Ein winterlicher Spaziergang mit Studienleiterin Helga Kamm am Ratzeburger See. Jan Simonsen stellt Fragen zur Studierendenbegleitung durch die Nordkirche.

weiter lesen...