"Ersti" in Münster

Per Olsen

Probieren geht über (Theologie) studieren

Mein Name ist Per Olsen, ich bin 19 Jahre alt und komme ursprünglich aus Itzehoe. Ich habe mein ganzes Leben in Kirche verbracht, zuerst als Teilnehmer in Kinder- und Jugendgottesdiensten, später als Mitarbeiter. Schon früh kam die Frage bei mir (und Menschen in meinem Umfeld) auf, ob der Pfarrberuf nicht etwas für mich wäre. Großes Interesse hatte ich schon am Beruf des Pastors, aber wie war das denn mit dem langen Studium, den noch zu erlernenden Sprachen, und, und, und?

Und immer, wenn ich auf meinem Lebensweg vor einer Kreuzung stand, dann stand da gefühlt jedes Mal jemand, mit einem riesigen Schild, wo drauf stand: „TU ES!“ Gemeint war natürlich der Weg zum Theologiestudium, um irgendwann einmal den Pfarrberuf auszuüben. Viele Menschen in meinem Umfeld hielten mich für den Pfarrberuf sehr geeignet, aber hielt ich mich auch selbst dafür geeignet? Um dieser Frage nachzugehen, suchte ich das Gespräch mit Pastoren und nahm am „Wegweiser-Wochenende“ teil. Vor allem Letzteres war richtig informativ und gut für mich und machte Lust auf mehr. Ich schrieb mich also für das Theologiestudium ein, nach dem Motto: Probieren geht über (Theologie) studieren. Bisher habe ich dieses „Experiment“ nicht bereut.

Jede Menge Bücher

Rauskommen

Auch wenn für mich die Entscheidung steht, dass ich später in der Nordkirche arbeiten möchte, so war auch früh klar, dass ich mein Studium außerhalb meiner Landeskirche beginnen will. Es war mir wichtig, etwas Neues kennenzulernen, Kirche und christlichen Glauben in seiner Vielfalt zu entdecken. Jede Uni hat ihre eigenen Schwerpunkte und eröffnet eine neue Sichtweise auf theologische Fragen. Den Anfang meiner „Entdeckungstour“ habe ich damit in Münster gemacht.

Zudem war das Rauskommen aus der Landeskirche auch ein Rauskommen aus meinem vertrauten Umfeld, entfernt von Gemeinde, Freunden & Familie. Das ist nicht immer einfach, gerade im ersten Semester, wo ohnehin schon alles neu ist. Doch es tut mir offensichtlich gut, ich lerne mich selbst ganz neu kennen, wer ich bin und was ich will. Durch die dreistündige Entfernung zu meiner Heimat kann ich mich voll auf mich und mein Studium konzentrieren. „Aus der Welt“ bin ich damit noch lange nicht.

Das Schloss von Münster

„Ersti“ in Münster

Ich studiere nun also im ersten Semester ev. Theologie im schönen Münster und bin sehr glücklich hier! Die Stadt ist voll von Studierenden, alles ist auf junge Menschen in meinem Alter ausgelegt, sowohl an der Uni, als auch was die „außerstudentischen Aktivitäten“ angeht ;) Die Theologische Fakultät ist super! Hier gibt es ein sehr großes Angebot an Lehrveranstaltungen und eine sehr engagierte Fachschaft, die einem den Einstieg in das Studium spürbar erleichtert und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Gerade die ersten Semester sind geprägt von Griechisch-, Latein- und Hebräisch-Kursen (je nachdem, welche Sprachkenntnisse man schon erworben hat). Dass hat erstmal nicht viel mit Theologie und dem eigentlichen Studium zu tun, ist aber nötig und wichtig für den weiteren Verlauf des Studiums, wie ich bei anderen Studierenden in höheren Semestern bemerkt habe. Neben den Sprachkursen versuche ich trotzdem schon einige Vorlesungen zu besuchen. Mir ist das sehr wichtig geworden, diese Veranstaltungen machen mir Spaß und mir immer wieder bewusst, wofür ich diese Sprachen lerne. Mit diesen ersten Eindrücken und Aussichten gehe ich auch schon bald in mein zweites Semester und bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet.

Blick durch das Institutum Judaicum Delitzschianum (IJD) an der Uni Münster


Neues aus Münster

Neues aus Münster

28. März 2016 | Und, wie ist das mit den "alten Sprachen"? Eine der häufigsten Fragen, die man hört, wenn es um das Theologiestudium geht. Per Olsen hat sie jetzt gelernt, ist "sprachbegabt" ;) Er berichtet, wie es ihm erging.

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