Jasmin Zielke

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. (Psalm 31,9b)

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Schlangenlinien zum Theologiestudium

Jasmin Zielke

Von Dithmarschen nach Kiel

Mein Leben war nie gradlinig. Im Gegenteil, es war schlangenartig, und ich hatte nichts mit der Kirche am Hut. 2009 hatte ich meine Fachhochschulreife in der Tasche und zog von Dithmarschen nach Kiel. Dort begann ich eine Ausbildung zur Fachinformatikerin Fachrichtung Systemintegration.
Mit der Zeit merkte ich aber: Das war nichts für mich, ich fand in der IT keine Erfüllung.

Ich möchte studieren, aber was?

Ich möchte studieren, aber was? Die Lösung: Lehramt! Religion ist bestimmt ganz interessant, zweites Fach? Ich lese gerne, also Germanistik. Das große ABER: Ich hatte kein Abitur und keine Zeit mehr. Deswegen ging ich während der Ausbildung zwei Jahre lang jeden Abend zum Abendgymnasium und holte gleichzeitig mein Abitur nach. 2012 war es soweit. Ich hatte die Ausbildung und das Abitur abgeschlossen. 15 Prüfungen in einem Monat absolviert. Das hat mein ganzes Leben verändert. Danach wusste ich: Man kann alles schaffen! Das ist bis heute auch mein Lebensmotto.

Als Auszubildende zum Theologiestudium

Und so begann ich zum Wintersemester 12/13 Lehramt ev. Religionslehre / Germanistik zu studieren. Ich hätte niemals gedacht, dass ich je studieren würde. Bis heute bin ich noch sehr ehrfürchtig deswegen.
Ich bin keine typische Studentin, denn ich war älter als alle anderen. Ich habe die Arbeitswelt kennengelernt und wollte immer über den Tellerrand gucken.

Eine neue Welt eröffnet sich

In der ersten Woche saß ich in Bibelkunde Altes Testament, und die Dozentin hat mit so viel Inbrunst unterrichtet.
Ich hatte keine Ahnung von der Bibel, der Kirche oder geschweige denn der Liturgie und habe jedes Wort aufgesaugt.
Mir eröffnete sich eine ganz neue Welt. Ich wollte nichts anderes mehr machen.

Pastorin – kann ich das?

Aber konnte ich Pastorin werden, ohne dass ich einen christlichen Hintergrund habe oder mich mit der Kirche verbunden fühlte? Ich konnte schon immer sehr gut mit Menschen umgehen, mich hineinversetzen und führen, aber kann das reichen?
Nachdem ich lange, auch in Gesprächen mit Dozentinnen, reflektiert habe, war die Entscheidung getroffen:
„Ich werde Theologie studieren, und zwar auf Pfarramt. Ich werde Pastorin.“ - Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut.

Kirche bietet Raum

Ich fühle mich sehr erfüllt, in dem was ich tue. Heute kann ich mir ein Leben ohne Glaube, Studium und Kirche nicht mehr vorstellen.
Glaube ist für mich eine wesentliche Orientierungs- und Kraftquelle geworden. Kirche erfahre ich als einen Ort des Lebens, der Glauben stärkt und einen Raum für jeden Menschen eröffnet.
Also eine interaktive offene Kirche.

Und wo stehe ich heute?

Ich bin Stipendiatin der Heinrich-Böll Stiftung, ich leite die Fachschaft, bin Hiwi, engagiere mich in einer Berufungskommission und stehe im Hauptstudium.
Ich bin dankbar und glücklich dafür, diese Entscheidung getroffen zu haben und kann es kaum erwarten, was mein Studium noch alles für mich bereithalten wird.