Jannike Grosstück

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Pastorin in Kaltenkirchen

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Als Inselpastorin auf Pellworm

Als Inselpastorin auf Pellworm: © Foto by Peter Fänger

Susanne Büstrin da Costa | Nur schwach sind am Abend vom Schiff aus die dunklen Konturen der Insel im Meer zu erkennen. Straßenbeleuchtung gibt es so gut wie keine, dafür stockdunkle Nächte mit einem atemberaubenden Sternenhimmel. 8 Meter hoch ist der Deich. Vollständig umgibt und schützt er das begrenzte Stück Land, das unterhalb des Meeresspiegels liegt.

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Gottesdienst in verschiedenen Formen und an unterschiedlichen Orten

Gottesdienst in verschiedenen Formen und an unterschiedlichen Orten

Jil Becker, 20. Aug 2011 | Wenn man so als Berufsanfängerin startet, hat man doch große Ehrfurcht vor dem Halten der Gottesdienste. Zumindest ging es mir so, denn in meiner Studienzeit habe ich mich nicht sehr viel mit dem Ablauf eines Gottesdienstes und dessen Gestaltung beschäftigt.

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„Segen im Fluss“ - Tauffest an der Elbe

„Segen im Fluss“ - Tauffest an der Elbe: Tauffest am Falkensteiner Strand

Tobias Woydack | Wir hätten vielleicht die Anzahl begrenzen können, aber was für eine Botschaft wäre das gewesen: Es sind leider zu viele, die sich taufen lassen wollen! Also haben wir gesagt, wir ziehen das durch. Wir müssen halt einfach ein bisschen mehr und größer organisieren.

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Mein erstes Weihnachten

28. Dez 2015 |

„Nur zwei, drei Gottesdienste …“

Im Vikariat habe ich voller Überzeugung gesagt: „Ich LIEBE Weihnachten!“ Und das stimmte auch. Es stimmt auch immer noch, eigentlich. Von mir aus könnte das halbe Jahr Weihnachten sein – die andere Hälfte wäre dann Sommer, das wäre mein Traum. Weihnachten ist mein absoluter Lieblingsfeiertag. Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht. Siehe, ich verkündige euch große Freude! Euch ist heute der Heiland geboren! Was kann es Schöneres geben? Im Vikariat hatte ich Zeit, den Gottesdienst zur Christmette ausführlich mit Chören und Kirchenmusikerin zu planen und vorzubereiten, spätestens Mitte Dezember lag alles fertig ausgedruckt bereit und die Vorfreude stieg bis es dann endlich Heiligabend, 23 Uhr war. „Ja äh, wo ist jetzt das Problem?“, dachte ich, „als Pastorin hat man dann eben noch ein, zwei Gottesdienste mehr, aber das ist doch zu schaffen!“ Ich machte mir also keine Sorgen.

Mit vollem Kalender Richtung Weihnachten

Dann wurde es Ende November und Kollegin Nummer Eins wurde krankgeschrieben, mindestens bis Ende Dezember. Kollegin Nummer Zwei und Kollege Nummer Drei und ich teilten also Gottesdienste und Weihnachtsfeiern, Konfirmandenkrippenspiele und Andachten im Seniorenheim unter uns auf. Ein Kollege im Ruhestand und seine Frau übernahmen auch noch einen Gottesdienst, zum Glück. So war plötzlich mein Kalender bis zum Rand gefüllt. Nach der dunkelsten Woche des Jahres zwischen Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Ewigkeitssonntag sollte es jetzt im Advent wieder heller werden. Davon bekam ich eine Ahnung, wenn ich im Lesen der adventlichen Geschichten oder Singen der schönen Lieder selbst merkte: Ja, bald ist wirklich Weihnachten. Es rückte näher und ich dachte: „Langsam sollte ich mit der Gottesdienstvorbereitung beginnen…“ Aber vorher waren ja noch die Gottesdienste an den Adventssonntagen, Mitarbeiter-Weihnachtsfeier, Andacht im Pflegeheim, Schulgottesdienst, Kita-Gottesdienst, Adventsandachten, Seniorenweihnachtsfeiern, Konfirmandenstunden und Trauerfeiern vorzubereiten.

Dann war endlich 4. Advent, die beiden Gottesdienste waren geschafft – Freuet euch, der Herr ist nahe!, hieß es da im Wochenspruch – und ich konnte mich endlich um Heiligabend kümmern. Donnerstag erst war der 24., ich hatte also noch drei Tage Zeit.

Es ist eben nicht nur Weihnachten

Montag traf ich mich vormittags mit Angehörigen eines Verstorbenen, die Trauerfeier sollte am 23. sein. Danach wollte ich die Trauerfeier vorbereiten, aber erst musste noch die Lampe über dem Esstisch angebracht werden. Mein Schwager gab sich alle Mühe, aber die Lampe passte nicht zum Dimmer, die Drähte hatten die falsche Farbe – zum Abendessen hing sie dann. Wieder nichts geschafft.

Am Dienstag dann aber: Als erstes die Trauerfeier vorbereiten. Dem Kirchenmusiker die Lieder schicken, Predigt schreiben, ausdrucken. Dann die Drei-Minuten-Predigt für den Krippenspielgottesdienst. Am Nachmittag zur Krippenspielprobe des Kinderchors, Kinder gelobt, mit dem Kirchenmusiker letzte Absprachen getroffen. Oh, Geschenke einpacken wäre auch gut. Und äh, wo ist eigentlich beim Umzug der Weihnachtsschmuck für den Tannenbaum geblieben?

Von beweglichen Zäunen

Am Mittwoch dann die Trauerfeier. Statt Gebet vor der Krippe Gebet vor dem Sarg. Licht kommt in die Dunkelheit, selten fand ich dieses Bild so passend. Auf dem Weg zum Friedhof juckende Augen, Pollenflug einen Tag vor Heiligabend. Weihnachtsstimmung 2.0. Nein, tut mir Leid, zum Kaffeetrinken kann ich nicht mitkommen, ich muss Weihnachten vorbereiten! Verständnis auf Seiten der Angehörigen. Jetzt aber: Weihnachtspredigt für die Christmette. Was sind eigentlich die Hürden, die da bei den Hirten auf dem Feld sind? Bewegliche Zäune! Mein Weihnachtsbild für dieses Jahr: Zäune kann man bewegen, ob auf dem Feld oder im Kopf. Gott überwindet die Hürden durch Liebe. Amen.
Schnell noch den Singe-Gottesdienst für den Zweiten Weihnachtstag, naja, guckst du wohl besser am 25. nochmal drauf, jetzt aber los zur letzten Adventsandacht. Ganz überraschend waren viele gekommen und beim gemeinsamen Singen und Beten wurde mir ganz weihnachtlich. Nach einem letzten Klönschnack dann noch schnell einkaufen, die Verkäuferin mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf ganz albern: „Tut mir Leid, wir sind alle ein bisschen durch!“ Kein Problem, ich auch.

Dann ist wirklich Weihnachten!

Und dann war endlich Heiligabend. Krippenspiel mit Kinderchor vor 600 kleinen und großen Besuchern – atemberaubend und großartig! Am Ausgang 600 Hände geschüttelt, 600 Mal frohe Weihnachten gewünscht, dann Familienzeit. Mutter und Schwiegermutter hatten angekündigt: Wir bringen alles mit, du musst nichts machen! Glücklich, wer so eine Familie hat. Und dann, halb elf: In der Kirche singt die Kantorei sich ein, Frau Pastorin zieht ihren Talar an und liest nochmal diagonal über die Predigt – alles bereit. Gottesdienst mit Kantorei, Weihnachtspsalm oben von der Empore, O du fröhliche zum Schluss im Stehen – jetzt ist wirklich Weihnachten!

Und am Ausgang hält ein Mann das Weihnachtsheft noch aufgeschlagen in der Hand, die Seite mit der Weihnachtsgeschichte. Er zeigt auf sich und auf das Wort in der Geschichte, immer abwechselnd, und sagt: Syria! Und strahlt. Ich sage: Oh wie schön, herzlich Willkommen! Und er zeigt wieder auf sich und sagt: Muslim. Here – er zeigt nach vorne zum Tannenbaum – beautiful! Und legt die Hand auf sein Herz. Mir hat es die Sprache verschlagen, ich kann nur noch lächeln und meine Hand auf mein eigenes Herz legen. Und er gibt mir die Hand und sagt: Merry Christmas!

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