Tobias Woydack

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Gemeinde im sozialen Brennpunkt

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Mein erstes Weihnachten

Mein erstes Weihnachten

Jannike Grosstück, 28. Dez 2015 | Eigentlich bin ich ziemlich gut organisiert. Eigentlich bekomme ich die Balance zwischen Arbeit und Privatleben ziemlich gut hin. Eigentlich finde ich meinen Beruf immer noch ziemlich cool, meistens sogar mehr als das. Und dann kam Weihnachten.

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Als Inselpastorin auf Pellworm

Als Inselpastorin auf Pellworm: © Foto by Peter Fänger

Susanne Büstrin da Costa | Nur schwach sind am Abend vom Schiff aus die dunklen Konturen der Insel im Meer zu erkennen. Straßenbeleuchtung gibt es so gut wie keine, dafür stockdunkle Nächte mit einem atemberaubenden Sternenhimmel. 8 Meter hoch ist der Deich. Vollständig umgibt und schützt er das begrenzte Stück Land, das unterhalb des Meeresspiegels liegt.

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Gottesdienst in verschiedenen Formen und an unterschiedlichen Orten

Gottesdienst in verschiedenen Formen und an unterschiedlichen Orten

Jil Becker, 20. Aug 2011 | Wenn man so als Berufsanfängerin startet, hat man doch große Ehrfurcht vor dem Halten der Gottesdienste. Zumindest ging es mir so, denn in meiner Studienzeit habe ich mich nicht sehr viel mit dem Ablauf eines Gottesdienstes und dessen Gestaltung beschäftigt.

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„Segen im Fluss“ - Tauffest an der Elbe

Die Idee war nicht von uns. Der Kirchenkreis Stolzenau-Loccum hat vor Jahren ein Tauffest organisiert. Dort wurden 59 Menschen mit 600 Teilnehmern getauft, und es muss ein fröhliches Fest gewesen sein.:

Tauffest am Falkensteiner Strand Und da haben wir uns mit einigen Leuten überlegt: Das machen wir hier in Hamburg auch! Wir schreiben aus den Gemeinden, die sich beteiligen wollen, diejenigen Familien mit ungetauften Kindern zwischen 0-12 Jahren an und schlagen ihnen ein Tauffest an der Elbe vor.

Dass es die Elbe sein musste, war irgendwie schnell klar – der Fluss und sein Strand sind prädestiniert dafür. Dann machten wir uns an die Arbeit: Wir stellten das Projekt im Kirchenkreisvorstand vor, machten dafür Werbung im Pastorenkonvent, ließen ein Layout entwickeln, machten uns an die Formulierung der Briefe, suchten und fanden einen Termin, den genauen Ort und noch ein paar Menschen für die Vorbereitung.

Ein bisschen größer und ein bisschen mehr

4.200 Briefe hatten wir verschickt, 18 Gemeinden sagten zu, dass sie mitmachen würden - sehr bald stellte sich heraus, dass wir uns verschätzt hatten. Bei unseren Vorstellungen in den Gremien hatten wir immer – so wie in Loccum – mit 50-60 Täuflingen gerechnet, einer Teilnehmerzahl von vielleicht 600 Menschen, und an ein kleines und feines Fest gedacht. Am Ende der Frist hatten wir 350 Anmeldungen! Selbst wenn man knapp kalkulierte, waren es rund 3.500 Menschen, die da zusammenkommen würden. Wir hätten vielleicht die Anzahl begrenzen können, aber was für eine Botschaft wäre das gewesen: Es sind leider zu viele, die sich taufen lassen wollen! Also haben wir gesagt, wir ziehen das durch. Wir müssen halt einfach ein bisschen mehr und größer organisieren.

Was hat die Menschen so angezogen?

Meiner Wahrnehmung nach lassen sich zwei Hauptmotive ausmachen:

  1. Das Tauffest hat Menschen angesprochen, die in vermeintlich prekären Familiensituationen leben: Alleinerziehende; Patchwork-Familien; zerstrittene Familien; Familien, die es sich nicht leisten können, ein Fest auszurichten. Viele dieser Familien trauen sich nicht in eine Kirche, um ihr Kind beim klassischen Sonntagsgottesdienst taufen zu lassen, weil sie meinen, einem klassischen Familienbild nicht ausreichend zu genügen. Viele waren dankbar für das anschließende Fest, weil sie selbst keines ausrichten wollten oder konnten, das doch aber dazu gehört. Sie konnten sich einfinden in einen größeren Zusammenhang!
  2. Viele Familien wurden durch das besondere Umfeld der Elbe angesprochen. Ich vermute, dass die Resonanz etwas geringer gewesen wäre, wenn man einen anderen Ort wie beispielsweise eine große Wiese in einem Park gewählt hätte. Die Elbe ist die Lebensader Hamburgs – und an dieser Lebensader sein Kind taufen zu lassen, ist besonders sinnfällig. Viele Familien haben außerdem einen Hintergrund, der irgendwie mit Seefahrt oder Hafen zu tun hat, und überhaupt hat die Faszination für das "Nicht-Gewöhnliche" bestimmt eine sehr große Rolle gespielt.

Taufe an der Elbe Im Laufe der Zeit haben dann ca. 100 Täuflinge wieder abgesagt – teils, weil die Zeit für die Familien, die Anreise von Angehörigen und Paten zu organisieren, zu knapp war, teils, weil ihnen die Veranstaltung zu groß wurde. Viele dieser Kinder werden aber nun in den Gemeinden getauft. Trotz der Absagen waren dann am 11. Juni – Pfingstsamstag – immer noch 3.300 Menschen an der Elbe versammelt, 243 Kinder wurden von 39 Pastorinnen und Pastoren getauft.

Pfingsten am Strand

Es war wahrhaft pfingstlich. Alle – Pastorinnen, Pastoren, Täuflinge und Familien – waren ziemlich erfüllt von dem, was sich dann dort abspielte. Denn, obwohl es so viele waren, wurde die eigentliche Taufe immer in einem sehr kleinen Rahmen in oder an der Elbe durchgeführt. Dadurch war es zwar eine große Veranstaltung – aber eben keine Massentaufe: Jeder Täufling bekam in aller Ruhe und ganz persönlich seinen Segen zugesprochen.

Dieses Tauffest war ein Riesenaufwand – aber es hat auch unglaublich Spaß gemacht! Eine Idee, die zwar viel Arbeit, aber am Ende auch 3.300 Menschen glücklich machte. Viele von ihnen werden diesen Tag nie wieder vergessen.

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